Lesertest der Samsung 840 Evo mit 250 Gigabyte

ARLT Computer hat mich freundlicherweise gebeten die Samsung 840 EVO einem kleinen Test zu unterziehen und meine Erfahrungen hier im Blog zu teilen.
Kurz zu meiner Person: Ich bin 26 Jahre und mein Hobby war schon immer der PC. Beruflich arbeite ich am PC etwas mit Office und in meiner Freizeit surfe ich im Netz, spiele öfters am PC und mache auch ein bisschen Videoschnitt.

Test PC

Die SSD von Samsung habe ich in folgendem System getestet:

  • Gigabyte GA-990XA-UD3
  • AMD Phenom II X4 980 (4x 3,70 GHz)
  • 8 GB DDR3 RAM
  • AMD Radeon HD 5850 1GB
  • Windows 7 Professional, 64 Bit, SP 1

Und das waren die Gegner im Testparcours:

  • Samsung Spinpoint F2 EcoGreen HD103SI 1TB, 3,5 Zoll interne Festplatte, SATA II, 5400RPM, 32MB Cache, ca. 4 Jahre alt
  • Corsair Force GT 120 GB, 2,5 Zoll SSD, nicht ganz 2 Jahre alt (Die 240 GB Version liegt derzeit bei etwa 190€, ist also gut 40€ teurer als die Samsung 840 EVO).

Die Samsung Spinpoint F2 ist eigentlich eine externe Festplatte, welche ich für diesen Test in mein System eingebaut und per SATA II angeschlossen habe. Ich gebe zu beachten, dass es sich um eine Platte mit 5.400 Umdrehungen per Minute handelt. Sicher gibt es heutzutage schnellere Festplatten.

Ein erster Hinweis zur Leistungsfähigkeit von PC-Komponenten liefert Windows 7 mit dem Windows-Leistungsindex frei Haus. Einzelne Komponenten werden hier überprüft und ihnen werden Punkte von 1,0 bis 7,9 zugewiesen, je nach Leistungsdaten. Beide SSD Platten holen hier die Maximalpunktzahl von 7,9 bei der Datentrasferrate. Die HDD bekommt lediglich 5,9 Punkte.

In diesem kurzen Testbericht möchte ich erstens herausfinden, ob es zwischen den beiden SSDs trotz gleicher Punktzahl im Windows Leistungsindex einen Unterschied gibt, und zweitens, wie sich der Unterschied zur normalen HDD beim alltäglichen Gebrauch bemerkbar macht.

Die erste Aufgabe, die es zu meistern galt, war die Installation von Windows 7. Diese dauerte bei der Samsung 840 EVO lediglich 14:02 Minuten. Die Corsair Force GT tritt in diesem Test nicht an, da ich mein bestehendes System nicht löschen möchte. Die Samsung F2 HDD liegt hier mit 22:25 Min. eine deutlich langsamere Zeit hin.

Allerdings ist die Windowsinstallation keine Übung, die man jede Woche durchführt. Was allerdings täglich stattfindet ist der Bootvorgang, welcher die nächste Übung darstellt.
Nach einigen Updates und allen Treiberinstallationen legten die Platten folgende Zeiten für den Startvorgang bis zur Passworteingabe hin:

  • Samsung 840 EVO 31 Sek.
  • Corsair Force GT 29 Sek.
  • Samsung Spinpoint F2 48 Sek.

Beide SSDs lassen hier die HDD weit hinter sich, geben sich gegenseitig jedoch nicht viel. (Alle Tests wurden 3 Mal durchgeführt und die Messwerte gemittelt.) Wieder ist die HDD rund 60% langsamer.

Im nächsten Test, kopieren wir 300 Dateien – 1,25 GB (eine bunte Mischung aus Videos, mp3s, Bildern und Textdateien) von einem RAM-Laufwerk auf die Platten.

  • 840 EVO 4,3 Sek.
  • Force GT 5 Sek.
  • Spinpoint F2 6,8 Sek.

Bei diesem Test ist das händische Stoppen der Zeit mit einer Stoppuhr zu berücksichtigen. Die 2,5 Sekunden, welche die HDD in etwa langsamer ist, machen jedoch ca. 50% mehr an Zeit aus. Bei diesem Test hat die 840 EVO die Nase knapp vor der Force GT.

840 Evo Schreibtest

Samsung 840 Evo

Aber was sagt der ATTO Disk Benchmark zu den Lese- und Schreibraten der Laufwerke und wie stimmen hier die Messwerte mit den Herstellerangaben überein? Können die SSDs halten, was die Hersteller versprechen?
Die Samsung 840 EVO kommt an die Herstellerangaben von 540 MB/s im Lesen fast heran. Lediglich die 520 MB/s beim Schreiben werden in meinem Test nicht ganz erreicht.
Wird diese SSD jedoch beinahe zur Gänze beschrieben (nur noch 15 GB frei), so geht die Schreibrate deutlich in den Keller und erreicht nur noch Werte um 360 MB/s.

Force GT schreibtest

Corsair Force GT

Die Corsair Force GT hat als Herstellerangabe sage und schreibe eine Leserate von 555 MB/s und eine Schreibrate von 515 MB/s. Diese Werte kann sie im Test jedoch ebenfalls nicht ganz erreichen. Zwar wird die maximale Leserate nur knapp verfehlt, die maximale Schreibrate liegt jedoch, wie bei der 840 EVO, stets unterhalb der Herstellerangaben. Als Pluspunkt ist jedoch anzurechnen, dass die Transferraten auch bei voller Belegung des Laufwerks nicht merklich langsamer werden.

ecogreen schreibtest

Samsung Spinpoint F2 EcoGreen

Die Samsung Spinpoint F2 spielt hier in einer ganz anderen Liga. Sie erreicht lediglich knapp 100 MB/s wenn sie leer ist. Erfreulich ist jedoch, dass hier ebenfalls weder die Lese- noch die Schreibrate nachlassen, wenn die Platte sehr voll ist.

Wie der Windows-Leistungsindex es bereits prophezeit hat, geben sich die SSDs auf diesem hohen Niveau nicht mehr viel. In allen Aufgaben kann man mit einer SSD jedoch viel Zeit gegenüber einer normalen HDD einsparen. Zwar fallen die deutlich höheren Lese- & Schreibraten der SSDs bei Alltagsaufgaben nicht mehr ganz so stark ins Gewicht, aber im Schnitt erledigte die HDD ihre Aufgaben gut 60% langsamer als die SSDs. Gerade bei alltäglichen Aufgaben wie dem Systemstart, dem Laden von Programmen und Spielen und natürlich dem Verschieben von größeren Datenmengen ist eine SSD unschlagbar und in meinen Augen heutzutage nicht mehr ersetzbar. Für Laptops werden SSDs oft gelobt, da sie weniger Energie benötigen und gleichzeitig weniger Wärme abgeben. Die internen Sensoren der Laufwerke meldeten jedoch bei allen Werte um die 33°C nach mehreren Stunden Betrieb.

Ich für meinen Teil habe jedoch das lästige, wenn auch leise Brummen und Knattern einer HDD nicht vermisst und werde weiterhin auf einen reinen SSD-Betrieb setzen. Da meine Corsair Force GT nach knapp zwei Jahren und 3.500 Betriebsstunden noch nichts von ihrer Haltbarkeit eingebüßt hat (laut CrystalDiskInfo), sehe ich auch keinen Grund auf eine flotte SSD im Alltagsgebrauch zu verzichten. Mit den 250 Gigabyte Speicherplatz der 840 EVO steht meiner Meinung nach auch genügend Platz für alle Programme und Spiele zur Verfügung. Wer jedoch mehr Speicherplatz benötigt der sollte lieber auf eine langsamere, aber größere HDD als Datengrab setzen. Eine externe Festplatte die nur bei Bedarf angeschlossen wird hilft hier sogar noch die Energiekosten und den Verschleiß zu senken.

Ich hoffe der Test konnte euch einige Einblicke in die Leistungsfähigkeit der Samsung 840 EVO 250 Gigabyte geben und ein paar Vorteile einer schnellen SSD aufzeigen. Ich für meinen Teil freue mich jedenfalls, dass ich den Test durchführen durfte.

Autor: Nobody-X-

3 Kommentare zu “Lesertest der Samsung 840 Evo mit 250 Gigabyte

  1. Hmmm ..

    der Test ist ganz ok, weisst aber ein paar Ungenauigkeiten auf.

    Es wird geschrieben, dass das System auf der alten SSD nicht gelöscht werden sollte. Damit werden die Bootzeiten von 2 unterschiedlichen Installationen gemessen und sind damit nicht vergleichbar. Sinnvoll wäre ein temporärer Systemclone auf der HD gewesen und dann die Installationszeiten beider SSD-Systeme verglichen. Entsprechend wäre auch der Clone des „alten“ Betriebssystems auf der neuen SSD vergleichbar gewesen. So ist das leider nur halbherzig und bringt in Vergleich der SSDs nichts.

    Auch wäre interessant die Betriebszeiten der alten SSD zu erfahren um die Haltbarkeit zu bewerten. Ich selber hatte in 3 Jahren schon 2 Ausfälle bei SSDs.

    In Notebooks haben SSDs einen weiteren, leider nicht genannten Vorteil: Sie sind im Betrieb weitgehend erschütterungsunempfindlich. Grade bei Notebooks ein sehr wichtiger Punkt.

  2. Hallo Roland,

    danke für deinen ausgiebigen Test und deinen Artikel.

    Ich habe selber auch die Samsung 840 EVO mit 250 GB in meinem Spielerechner. Bisher haben das Batriebssystem, alle Programme und Spiele darauf Platz gefunden und ich werde sie nicht wieder hergeben. Es mögen sich die meisten SSD in ähnlichen Leistungsbereichen bewegen, aber für mich hat die Samsung 840 EVO einfach das beste Preis-Leistungs-Verhältnis derzeit.

    Viele Grüße
    Michael

  3. @Roger
    Ja, das wäre sicher besser gewesen, um die SSDs untereinander zu vergleichen, aber es war nur ein kleiner, nicht representativer Test. 🙂

    Die Bootzeiten so genau zu messen ist mit mit einer Stoppuhr sowieso nicht möglich gewesen. Es sollte nur eine erste Einschätzung geben.
    Das mit dem Laptop stimmt! Der Vorteil ist nicht von der Hand zu weisen. Mein alter Laptop unterstützt jedoch kein SATA 6G :-/

    @Michael
    Ich heiße zwar nicht Roland, aber der Test hat mir trotzdem Spaß gemacht. 🙂

    Die Evo 840 ist heute Nacht bei Saturn im Angebot 129€ ist ein super Preis!

    ps: Mit dem Hauseigenen Samsung Tool konnte ich die Lese- UND Schreibraten noch einmal um etwa 10 MB/s anheben.

    Grüße
    Nobody-X-

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